• Oliver
    Oliver
    2024-09-03

    Bei solchen, die nach Afghanistan reisen, um ihre Verwandten zu besuchen, sehe ich keinen Grund für Asyl, da die ja dann offensichtlich nicht verfolgt werden und vom Tode bedroht sind. Ich habe von einem Fall gelesen, wo offen zugegeben wurde, dass aus wirtschaftlichen Gründen hier Asyl beantragt wurde, man mit den Taliban aber kein Problem habe.

    Wer da tatsächlich vom Tod bedroht ist, der soll natürlich nicht ausgewiesen werden. Denke ich, keine Ahnung was gerade gesetzlich gilt und was derzeit konkret diskutiert wird.

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  • Simonalein ⁽⁽⁽i⁾⁾⁾
    Simonalein ⁽⁽⁽i⁾⁾⁾
    2024-09-03

    Was ist mit Klimaflüchtkingen? Die sind mit dem Leben bedroht und kommen im Asylrecht nicht vor.

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  • Oliver
    Oliver
    2024-09-03

    Ich bin kein Experte, aber afaik bezieht sich das Asylrecht auf politische Verfolgung. Zu Klimaflüchtlingen gibt es afaik noch keine internationale Vereinbarung.

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  • Aladár Mézga
    Aladár Mézga
    2024-09-03

    Stimmt, die Bundesrepublik gibt nur bei politischer Verfolgung Asyl und selbst das nicht immer. (siehe Snowden oder die Drittstaatenregelung) Klima dürfte noch ein ziemlich großes Problem werden, vor allem, weil sich garantiert keiner verantwortlich fühlen will.

    Es gibt übrigens einen älteren japanischen Roman (auf Deutsch "Japan geht unter" oder "Japans Untergang"), in dem für die japanische Bevölkerung schnell ein neues Zuhause gefunden werden muss. Sie erkaufen sich im Prinzip durch viele Kunst- und Kulturschätze einen Platz in der Mongolei. Wenn es um mehrere Länder geht, wird es bestimmt noch unschöner...

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  • eeepee@diaspora.psyco.fr
    eeepee@diaspora.psyco.fr
    2024-09-03

    Die Spanier kommen ja inzwischen zu uns, weil es Ihnen zuhause zu warm ist.

    https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/urlaub-schwarzwald-spanien-hitze-100.html

    Freunde von mir waren vor ein paar Wochen in Madrid um haben erzählt, daß die Straßen abends ziemlich menschenleer sind, weil alle Leute in den klimatisierten Bars und Restaurants sitzen. Auf Außengastronomie bei 35 Grad abends um 23:00 hat kaum einer Lust.

    Wenn es nicht gelingt, die Klimakatastrophe so halbwegs abzubremsen, dann wird es Flüchtlingsströme geben, gegen die 2015 Pipifax war.

    Es gibt nämlich den Parameter "Kühlgrenztemperatur" ("wet bulb temperature") und der legt fest, bis wann die Temperaturregulation durch Schwitzen funktioniert. Und wenn es so weitergeht, werden größere Teile der Welt ohne technische Hilfsmittel schlichtweg unbewohnbar.

    https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BChlgrenztemperatur

    Was das bedeutet, konnte man ab 2000 in der Höhle von Naica mit Ihren Riesengipskristallen sehen: Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind in der Höhle so hoch gewesen, daß man nur mit speziellen Kühlanzügen die Höhle erforschen konnte. Das wird's dann halt auch ohne Höhle geben.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Mine_von_Naica

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  • Oliver
    Oliver
    2024-09-03

    Ja, das wird noch spannend werden. Die UN werden sich etwas einfallen lassen müssen. Keine Ahnung, wie der Stand der Dinge da ist. Nach gegenwärtigem Stand dürfte Deutschland die zu erwartenden Flüchtlingsströme kaum verkraften. Die Welt wird zusammenwachsen müssen, Flüchtlinge und Wohlstand müssen besser verteilt werden. Den Nationalstaat gilt es zu überwinden. Aber in der Kürze der Zeit? Der Mensch ist anscheinend noch nicht so weit. Daher ist die wahrscheinlichste Prognose, dass viele Menschen letztlich an den Folgen des Klimawandels sterben werden. Im Endeffekt sterben ja schon heute in Deutschland mehr Menschen durch Überhitzung als früher. Deutschlands Fläche ist zudem arg begrenzt, da so klein.
    Ein weiteres Problem wird werden, dass der Lebensstandard von Zugewanderten über kurz oder lang sich unserem angleicht. Kurz gesagt, das vervielfacht dann Emmissionen. Zudem existiert der Wohnraum schlicht nicht. Die Bauvorhaben werden ebenso einen heftigen Effekt auf Emmissionen haben, wenn man keine klimafreundliche Alternative zu Zement findet und sich diese durchsetzt.

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  • eeepee@diaspora.psyco.fr
    eeepee@diaspora.psyco.fr
    2024-09-03

    Wenn Du mal schaust, wieviele syrische Flüchtlinge nach Deutschland gegangen sind und wieviel in die umliegenden Länder (und da sind ziemlich dysfunktionale Staaten wie der Libanon dabei), dann sieht man daß wir viel rumjammern, aber die absoluten Zahlen eine andere Sprache sprechen

    https://de.wikipedia.org/wiki/Fl%C3%BCchtlinge_des_syrischen_B%C3%BCrgerkriegs

    und am Ende des zweiten Weltkriegs haben wir 12 Mio Binnenflüchtinge in Deutschland gehabt, die irgendwo untergebracht werden mußten. Und das hat auch geklappt unter ganz anderen wirtschaftlichen Bedingungen als heute. Eine der Folgen war, daß es danach eine ganze Menge neuer Städte gab - aber wir haben Gegenden in Deutschland wo so langsam niemand mehr ist - brauchst nur nach Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern schauen. Dörfer die inzwischen keinerlei Infrastruktur mehr haben, weil nur noch ein paar Alte dort wohnen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Vertriebenenstadt

    Wie heißt es so schön: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Aber an Ersterem hapert's halt großflächig in der heutigen Politik. Auf der einzigen größeren Partei, die eine halbwegs eine Vision hat, hackt die gesamte Konkurrenz rum, weil alle lieber Weiterwurschteln wie gehabt.

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  • eeepee@diaspora.psyco.fr
    eeepee@diaspora.psyco.fr
    2024-09-03

    Ach ja: Zu warm und heiß:

    https://www.abc.net.au/news/2024-09-02/deadly-heat-limits-tested-in-world-first-human-experiment/104242788

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  • Oliver
    Oliver
    2024-09-03

    Natürlich haben andere Länder dann ähnliche Probleme. Völlig klar. Ich kann aber mangels Wissen nichts über die Situation in anderen Ländern sagen.

    Die deutschen Flüchtlinge (Sudetendeutsche) waren nach dem Krieg übrigens auch nicht sonderlich willkommen in Deutschland. Das nur am Rande.

    Schaffen kann man letztlich vieles, aber man darf gespannt sein, wie sich das entwickelt. Von nationalen Initiativen halte ich jedoch recht wenig. Das ist eine internationale Angelegenheit, die auch internationale Lösungen erfordert. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass bei den UN Leute sitzen, die sich damit befassen.

    Die Herausforderungen werden aber gigantisch werden, so viel steht fest. Es wird in Deutschland wohl auf Megabauten hinauslaufen, mangels Fläche und auch wegen energetischer Vorteile. Tiefer, höher, sehr viele Menschen auf kleinstem Raum. Nicht, dass ich groß Ahnung hätte, aber kann ja eigentlich nicht anders sein. Es wäre vermutlich von Vorteil, wenn man die Nationalstaaten überwinden würde. Sehe ich aber nicht. Vielleicht passiert es im Zuge der Völkerwanderungen.

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  • eeepee@diaspora.psyco.fr
    eeepee@diaspora.psyco.fr
    2024-09-03

    Es waren nicht nur die Sudetendeutschen nicht sonderlich willkommen. Sondern so ziemlich alle, die aus den ehemaligen deutschen Gebieten kamen, egal ob Schlesien, Ostpreußen, Königsberg oder halt ehemals Sudetenland. Und man darf nicht vergessen, wie das damals aussah: In München und vielen anderen großen Städten bekam man da einfach ein paar Flüchtlinge in die eigene Wohnung gesetzt.

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