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    2016-01-13

    Zitat : Beachten Sie den Unterschied: nicht die Flüchtlinge wollen den sozialen Frieden der EU zerstören, sondern die Leute, die die Flüchtlinge als Werkzeug einsetzen.
    Zitat Ende
    aus dem Text oben

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  • Ralf Petri
    Ralf Petri
    2016-01-13

    Diese "tolle Theorie", dass die Türkei die EU mit Flüchtlingen "attackiert" hat zwei ganz große Schwachstellen:

    1. Die Türkei hat selbst ein #Flüchtlingsproblem und sich das sicher nicht freiwillig ausgesucht, dass grad der Nachbarstaat zu einem zweiten Afghanistan wird.

    2. Die Grenzen zwischen der #Türkei und Griechenland werden auch bewacht... sehr gut sogar. Und dass sich die Balkanstaaten im Zweifel schon zu helfen gewusst hätten, hat Ungarn ja recht anschaulich demonstriert. Die "Deutschland als Schwamm"-Theorie passt also nicht.

    Ich finde es insgesamt merkwürdig, dass selbst von "gemäßigten Linken" die #Flüchtlinge in erster Linie immer als Krise betrachtet werden. Gerade die deutsche Vergangenheit zeigt doch, dass #Einwanderung viel mehr Chance als Krise ist.

    In den Nachkriegsjahren kamen Millionen #Vertriebene aus dem alten "Ostreich" in die am Boden liegende #Bundesrepublik und #DDR und wurden integriert. Es folgte das Wirtschaftswunder.

    Dann kamen ab den 60er Jahren italienische und türkische #Gastarbeiter. Wie wir heute wissen, sind die meisten nicht wieder zurück gegangen, sondern geblieben und wurden integriert. Auch sie haben unsere Kultur bereichert. Welche westdeutsche Stadt hat heutzutage keine anständige #Dönerbude und einen guten Italiener!? :)

    Es folgte Glasnost und der Zerfall der Sowjetunion. 16 Mio "Neudeutsche" mussten samt eigenem Land reintegriert werden. Auch das hat einigermaßen gut geklappt - von #Pegida mal abgesehen. ;)

    Nicht zu vergessen viele sog. Russlanddeutsche, die in der gleichen Zeit auch weitgehend problemlos integriert werden konnten.

    In den 90er Jahren dann der Balkankrieg. Abermals eine große #Flüchtlingswelle aus Rumänien und dem ehemaligen Jugoslawien. Auch das hat #Deutschland überstanden und gestärkt.

    Wieso also lernen wir nicht aus der Geschichte, dass auch die neuen #Flüchtlinge in spätestens einer Generation wie selbstverständlich von sich sagen werden, dass sie #Deutsche sind!? Wieso trauen die "stolzen, besorgten Deutschen" nach all diesen positiven Erfahrungen, die aus "schwierigen Integrationsbemühungen" entstanden sind diesem tollen Land nicht mehr zu?

    Ich finde darüber hat #Merkel nachgedacht, als sie diese Entscheidung so getroffen hat. Ausserdem: Was wäre eine sinnvolle Alternative gewesen? Alle Grenzen dicht und jedes Land kämpft für sich alleine? Das wäre sicherlich das Ende der #EU gewesen und potentiell der Beginn eines neuen Krieges in Europa. Das sieht man ja selbst jetzt schon bei den Osteuropäischen Ländern. Nur die vage Möglichkeit, dass man evtl. ein paar Muslime ins Land lassen müsste lässt #Ungarn und #Polen alle demokratischen Grundpfeiler über Bord werfen und der EU quasi einseitig die Freundschaft kündigen. Da ist mir die deutsche #Politik doch allemal lieber, auch wenn es natürlich Probleme gab, gibt und auch noch weiterhin geben wird. Aber dafür haben wir einen #Rechtsstaat und Gesetze. Die existierten sogar schon am 31.12. letzten Jahres in #Köln und dieser "Mob" von rund 20 grapschenden Trickdieben, die vermutlich sogar wirklich in erster Linie als Agent Provocateur des #Daesh (#IS) oder sonstwem Wasser auf die Mühlen deutscher #Neonazis kippen sollten, sollte da nicht überbewertet werden. Möglicherweise wird sogar auch bald ein Anschlag in Deutschland passieren. Auch das muss man nüchtern betrachten. Wir leben in einer Zeit, wo das zum normalen Lebensrisiko geworden ist. Ob nun Flüchtlinge oder nicht im Land sind: wenn der Daesh einen Anschlag verüben will, dann schafft er das auch. Es gibt in der globalisierten #Welt keinen 100%igen Schutz vor fanatischen Einzeltätern. Wenn dann auch noch syrische Pässe, und Asyl-Dokumente am Tatort gefunden werden, dann ist es doch schon fast zu offensichtlich, was dort abgeht. Also zumindest bei mir setzt da der logische Menschenverstand ein: Ein radikaler Syrer, der sich hier kurz nach der Ankunft in die Luft sprengen will, setzt seine endzeitliche, zerrüttete Seele, die seiner Meinung nach Reif für das Paradies ist, doch nicht noch deutscher Bürokratie aus um #Asyl zu beantragen, wenn es nicht genau der gewünschte politische Trigger wäre, der die "besorgten Bürger" in der EU flippern lässt.

    in diesem Sinne: #think about #refugees #politics

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    2016-01-14

    Zunächst Danke für die Meinung. Es gibt genug emotional Übersteuerte, die sich auf keine Diskussion einlassen. Darum Danke für den Beitrag.
    Zunächst sehe ich die Reaktion der Regierungen der BRD, auch der Regierung Merkel, auf Flüchtlinge. Da ist ein plötzlicher Umschwung, anstatt Flüchtlinge wie gewohnt ertrinken zu lassen oder sie einfach nicht durch zu lassen, werden sie plötzlich durchgewunken. Das spricht für eine plötzliche Ursache. Die Flüchtlinge gab es schon vorher.
    Plötzliche Menschenfreundlichkeit? Sehr unwahrscheinlich. Der Wunsch der Industrie nach Arbeitskräften? Schon eher möglich, aber auch der war nicht plötzlich da.
    Insgesamt sehe ich die Gedanken des Artikelautoren ähnlich wie er als Vermutung. Es gibt im Moment kaum die Möglichkeit etwas zu beweisen aber wir leben in einer ausserordentlich turbulenten Zeit. In den kommenden Monaten werden wir wahrscheinlich deutliche, nicht zu übersehende Hinweise bekommen.

    Ein Satz von dir verwundert mich: "Ich finde es insgesamt merkwürdig, dass selbst von “gemäßigten Linken” die #Flüchtlinge in erster Linie immer als Krise betrachtet werden. "

        Gerade diese Haltung verstehe ich. Die meisten Menschen sind grundsätzlich hilfsbereit. Jahrelang, eher jahrzehntelang wurde der Ausländer in der BRD als unverständliches Wesen dargestellt und behandelt. Integration fand nicht statt. Eine gemeinsame Kultur wurde nicht entwickelt. Es entstand ein akzeptierendes Nebeneinander, keine Durchdringung, kein Vermischen. Die Einwanderungs- und Asylgesetze wurden verscharft. Und plötzlich Berichte über massenweise, unkontrollierte Migrantenströme. Und da soll keine Angst entstehen? Das plötzliche Auftauchen der Migrantenströme wird auch nicht moderiert. Selbstverständlich entsteht da Angst.
    

    Flüchtlingen muss geholfen werden. Aber um die Flüchtlinge geht es gar nicht. Es geht um die erzeugte Angst.

    Beschähmend finde ich die Haltung der etablierten Parteien. Wo ist die Opposition die eine Strukturierung der Ereignisse fordert? Der Staat und die Gesellschaft machen sich zum Objekt anstatt das Subjekt zu sein.
    Ganz einfache Fragen bleiben unbeantwortet.
    Warum der Kurswechsel?
    Warum jetzt?
    Warum so viele und nicht portionsweise?
    Ganz offensichtlich ist der Staat nicht Herr der Lage. Und das macht dem Deutschen Angst.

    Es ist schon viele Jahre her. Ein polnischer Arbeiter in Mannheim fragte mich, warum macht ihr die Grenzen nicht zu? Meine Antwort, du wärest nicht hier wenn wir das täten. Doch, sagt er, ich wohne in Mannheim. Aber jetzt sollen die Grenzen geschlossen werden. Ich habe fünf Kinder, wie soll ich die ernähren wenn ihr immer noch mehr reinlasst?

    Und da sind wir beim nächsten Grund für Angst und rechtes Denken. Hartz4 und Niedriglohn.

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  • Ralf Petri
    Ralf Petri
    2016-01-16

    Ich glaube Du hast den zitierten Satz missverstanden. Ich wollte damit zum Ausdruck bringen, dass die öffentliche Meinung natürlich immer durch Vordenker und Aushängeschilder in Politik und Öffentlichkeit beeinflusst wird. Bei DIESEN verwundert mich die durchgehende Krisenrhetorik. Normalerweise findet in solchen Situationen ein Prozess statt, der darauf zielt die Meinungsführerschaft der "Rechten" bereits an der Wurzel zu widerlegen, was oft auch funktioniert. In der Flüchtlingsthematik fand/findet soetwas jedoch garnicht statt. Da sind selbst Linke, die sich hinstelllen und Sätze sagen wie: "Die Flüchtlingskrise ist ein großes Problem, aber wir dürfen deshalb nicht unsere Demokratischen Standards senken" Das ist ein Satz in Verteidigungshaltung, der dass Narrativ : "Viele Flüchtlinge -> Problem -> Krise" überhaupt nicht in Frage stellt. Ich will damit natürlich nicht sagen, dass es objektiv keine Probleme gibt, es geht mir rein nur um das Narrativ, das transportiert wird. Das alles passiert nicht, obwohl es objektiv ganz einfach wäre (siehe meine Ausführungen oben)..

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    2016-01-16

    Da stimme ich dir zu. Generell bemerke ich Denkverbote und Handlungsverbote bei Menschen mit Nähe zu Ideologien.
    Warum z.B. werden PEGIDA-Demonstrationen als feindlich betrachtet. Das kann man tun aber damit verbaut man sich schnell den Weg zu den Menschen die zwar von PEGIDA erreicht werden aber keine NAZIS sind.
    Man könnte die Sprüche dort aufgreifen und die eigentliche Botschaft aufgreifen. Angst und Unverständnis. In Dresden haben meiner Erinnerung nach 14 000 Menschen mit Pegida demonstriert. Das sind doch keine 14 000 Nazis.
    Gerade die Linken sollten sich um die Belange der einfachen Menschen kümmern und versuchen sie zu erreichen.
    Wir brauchen eine gesellschaftlichen Diskurs um in der Gesellschaft mit breiter Basis Meinung zu bilden.

    Wir Linke wollen doch nicht ewig an der Perepherie der Gesellschaft herumwursteln.

    Wer die Krisen nicht nutzt verschenkt seine Chancen.

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