• Erik
    Erik
    2019-05-20

    Gerade neulich gab es auf der A48 bei Koblenz einen großen Stau. Ursache, ein Kleinwagen stand quer vor einem LKW. Vermutliche Ursache, der Fahrer(inn) des PKW wollte unmittelbar vor dem LKW einscheren. Was ich damit sagen will, LKW haben riesige tote Winkel. Wenn die Presse also von "übersehen" spricht, so entspricht das meist den Tatsachen. Im Umkehrschluß hieße das sonst, dass LKW Fahrer generell in solchen Situationen den Tod von Radfahrern billigend in Kauf nehmen - was ein zynische Unterstellung wäre.
    Ich denke gerade junge Radfahrer schätzen solche Situationen, mangels Erfahrung, falsch ein. Einige ältere legen es mitunter, wider besseren Wissens, bewusst darauf an - warum auch immer.
    Wie dem auch sei, Städte und LKW Hersteller sollten endlich konsequent daran arbeiten, dass es nicht mehr zu solchen schrecklichen Unfällen kommen kann, sei es durch bessere Wegeführung oder techniche Aufrüstung.
    Man sollte nicht vergessen, dass das Problem natürlich auch PKW Fahrer(innen) betrifft, auch wenn der Ausgang dann vielleicht nicht tödlich ist.

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  • Michael 🇺🇦
    Michael 🇺🇦
    2019-05-20

    @Erik das Problem des totem Winkels ist ja allgemein bekannt. Es gibt allerdings ein paar recht einfache Maßnahmen, um dem entgegenzuwirken. In der Regel wird der abbiegende Fahrer zunächst schneller als der Radfahrer gefahren sein, dementsprechend hat er den Radfahrer also sehr wahrscheinlich vorher bereits einmal überholt. Man muss als Fahrer also nur schon bereits vor der Abbiegung aufmerksam sein, ob da was auf dem Radweg ist. Außerdem haben diese LKW sehr, sehr viele Spiegel. D.h. wenn der LKW-Fahrer vor dem Abbiegen komplett zum Stillstand kommt, sollte es möglich sein, alle Spiegel durchzukontrollieren. Wenn das eine unmögliche Anforderung ist, kann das nur bedeuten, dass LKW in der Stadt grundsätzlich unsicher sind - und dann müsste es unbedingt eine Beifahrerpflicht geben, da alles andere zutiefst fahrlässig wäre.

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  • Erik
    Erik
    2019-05-20

    @Michael Vogel Ich nicht für einen LKW Fahrer sprechen, aber ich bin beruflich sehr viel mit dem Auto unterwegs und nehme daher für mich in Anspruch, dass ich die Problematik gut einschätzen kann.

    Man muss als Fahrer also nur schon bereits vor der Abbiegung aufmerksam sein, ob da was auf dem Radweg ist.

    Wahrscheinlich weisst du selbst, dass es so einfach nicht ist. Egal, ob du in Frankfurt, Berlin, Stuttgart oder Hamburg unterwegs bist, wirst du in den seltensten Fällen auf den von dir geschilderten "Idealzustand" treffen. Dichter Verkehr, Stop-and-Go, Baustellen, parkende Autos, Bäume, Zäune etc. Dauerhaft freie Sicht auf den Radweg - Fehlanzeige. Jetzt stell dir mal vor wie ein LKW oder PKW Faher im dichten Stop-and-Go Verkehr permanent den Radweg beobachtet. Nehme weiterhin an, dass vielleicht ein Fußgänger die einmündende Straße überquert und ein Radfahrer, im Glauben gesehen worden zu sein, auch noch schnell die Straße queren will. Da nützen auch viele Spiegel und Beobachtung des Radwegs nichts, mit 20-30 km/h ist der Radler im Bruchteil einer Sekunde im toten Winkel verschwunden und im nächsten Moment liegt er unter dem LKW.

    dass LKW in der Stadt grundsätzlich unsicher sind - und dann müsste es unbedingt eine Beifahrerpflicht geben, da alles andere zutiefst fahrlässig wäre.

    Polemik hilft da nicht. Idioten und unaufmerksame Zeitgenossen gibt es in beiden Lagern, aber genau aus diesem Grund sollte man sich nicht dazu hinreißen lassen einseitige "Feindbilder" zu entwickeln.

    Anekdote am Rande: Am Wochenende hat mir ein völlig geistesabwesender Autofahrer bei einer Trainingsfahrt die Vorfahrt genommen - in Anbetracht der übersichtlichen und eindeutigen Situation konnte ich es kaum fassen....ja Radfahrer leben gefährlich.

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  • Michael 🇺🇦
    Michael 🇺🇦
    2019-05-21

    @Erik mein Hinweis, dass man vorher schauen kann, ob jemand kommt, ist kein theoretischer Vorschlag. Ich habe selber einen Führerschein, ich habe selber ein Auto. Ich verhalte mich genauso beim Abbiegen. Gleichzeitig kenne ich viele Stellen, an denen es in Hamburg zu tödlichen Abbiegeunfällen gekommen ist. Bei praktisch allen mir bekannten Stellen sind sehr gute Sichtbeziehungen - auch schon weit vor der Kreuzung - vorhanden. Ich denke, dass es eher eine Art von selektiver Blindheit ist. Genauso wie mich neulich fast jemand frontal gerammt hätte, da seine Aufmerksamkeit auf etwas am Straßenrand gelenkt war.

    Das mit der Beifahrerpflicht meine ich nicht polemisch. Ich weiß, dass es für LKW-Fahrer in der Stadt schwierig ist. Dementsprechend denke ich, dass ein verpflichtender Beifahrer tatsächlich die beste Lösung wäre.

    Natürlich gibt es lebensmüde Radfahrer, zu denen ich aber nicht gehöre. Dennoch gerate ich regelmäßig in gefährliche Situationen.

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  • Erik
    Erik
    2019-05-24

    @Michael Vogel

    Natürlich gibt es lebensmüde Radfahrer, zu denen ich aber nicht gehöre.

    Nur der Vollständigkeit halber, keiner meiner Aussagen bezog sich in irgendeiner Weise auf dich als Radfahrer.

    Das mit der Beifahrerpflicht meine ich nicht polemisch.

    Sorry, dann habe ich das missverstanden.

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  • Michael 🇺🇦
    Michael 🇺🇦
    2019-05-24

    Ich hab es auch nicht auf mich bezogen, wollte es nur der Vollständigkeit gesagt haben.

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  • Erik
    Erik
    2019-05-30

    Dann ist es gut 😊

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