• Wolfgang Strobl
    Wolfgang Strobl
    2020-10-28

    Es ist zwar erfreulich, dass sich die taz ein wenig mit praktischer Mathematik beschäftigt, aber, ernsthaft, das erste Beispiel ist zwar gelungen, das Lamento über "fünf vor Zwölf" oder über unvollständige Numerierungen aber ist bescheuert und zeugt genau von dem Unwissen, welches der Artikel beklagt. Genau so könnte man sich über die Doomsday Clock des Bulletin of the Atomic Scientists mokieren oder über "this page intentionally left blank" in alten IBM-Manuals.

    Das Problem ist nicht, dass die Leute keine Prozentrechnung können, sondern dass sie viel zu oft nicht in der Lage oder willens sind, sie korrekt anzuwenden. Oder dass kaum jemand noch einfache Überschlagsrechnungen anstellt. Schade, dass es die deutsche Übersetzung von Innumeracy bei heyne, John Allen Paulos "Zahlenblind, Mathematisches Analphabetentum und seine Konsequenzen" nur noch antiquarisch gibt - ich habe das gerne verschenkt.

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