• Marcus Wißmann
    Marcus Wißmann
    2023-09-23

    Das Ausgangsmaterial ist aber auch schwierig: Vor dem weißen Hintergrund sind die Bereiche der Schnake sehr dunkel mit entsprechend schlechtem Signal-Rausch-Verhältnis. Ein ungefähr gleich heller (bzw. dunkler) Hintergrund hätte hier schon vermutlich geholfen. Die Artefakte am Bein rechts oben sind ähnlich wie die im linken Flügel, eventuell hat sich die Schnake hier bewegt oder der Wind die Schnake? Absolute Bewegungslosigkeit ist hier essenziell und ein Stativ o.ä. Pflicht! Ich bin fest überzeugt, dass mit einem besser belichteten Motiv mit weniger starkem Kontrast, das Ergebnis auch mit einer kleinsensorigen Kamera wesentlich besser wird. Und ja, man kann das Fokus-Stacking natürlich auch im Fernbereich nutzen.

    Meine Erfahrung mit Focus-Stack ist, dass es gut funktioniert, solange das Objekt einen strukturierten Hintergrund hat, aber teilweise komplett versagt, wenn das Objekt vor reiner Unschärfe/Bokeh liegt. Hier ein Beispiel bei der Listspinne:

    output_processed(1).jpg

    Die Teile der Spinne vor dem Blatt sind gut, der Bereich an der Blattkante zwischen den mittleren Beinen zeigt streifenartige Geisterbilder, die man auch an den unscharfen Grashalmen weiter links sieht.

    Canon DPP, das Canon Kunden kostenlos zur Kamera dazubekommen, hat mit dem Bokeh-Bereich keine Schwierigkeiten …

    DC_IMG_8478_processed.jpg

    … dafür mit den Bereichen, wo die scharf abgebildeten Beine vor dem scharfen Hintergrund liegen:

    DC_IMG_8478_processed(1).jpg

    Hier gibt es hässliche unscharfe Halos. Man kann es mit einigen Einstellungen justieren, aber so gut wie focus-stack bekommt DPP es nicht hin. DPP bietet als Notlösung eine händische Retusche an, aber dazu fehlte mir die Lust und Muße.

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